Ablauf der Scheidung über das Internet

Vor Stellung des Scheidungsantrages

Voraussetzung für eine Online-Scheidung ist die Ausräumung von Differenzen bezüglich Folgesachen wie Unterhalt, Hausratsteilung und Zugewinnausgleich. Diese Fragen können Sie im Vorfeld zum Beispiel durch eine Scheidungsfolgenvereinbarung regeln. Sollten beide Ehepartner die Scheidung wollen und sich in den oben genannten Fragen einig sein, reicht es, wenn der Scheidungsantrag von einem Ehepartner eingereicht wird. Der Partner muss dann dem Scheidungsantrag lediglich zustimmen – so sparen Sie die Hälfte der Rechtsanwaltsgebühren.

Scheidungsantrag

Sie übermitteln den Scheidungsantrag per Online-Formular an McAdvo. Das Anwaltsportal vermittelt diesen weiter an einen auf Familienrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Von diesem erhalten Sie weitere Informationen, eine Vollmacht und eine Abrechnung. Nachdem Sie Ihrem Anwalt eine Kopie der Heiratsurkunde und übersandt und die Abrechnung beglichen haben, reicht dieser den Scheidungsantrag beim Amtsgericht (Familiengericht) ein. Die Zustellung an den anderen Ehepartner erfolgt dann durch das Gericht, sobald ein Gerichtskostenvorschuss eingezahlt wurde. Das Gericht übersendet zuvor eine entsprechende Berechnung. Nach Zustellung des Antrages an den anderen Ehepartner hat dieser 2 Wochen Zeit, Stellung zu beziehen. Für den Fall einer einvernehmlichen Scheidung, würde der Ehepartner keinen eigenen Antrag stellen, sondern dem Gericht nur mitteilen, dass er sich dem Scheidungsantrag anschließt.

Versorgungsausgleich

An diesem Punkt wird der Versorgungsgausgleich eingeleitet, der die Teilung von Renten und Pensionen regelt. Das Gericht versendet Fragebögen an die Eheleute, die ausgefüllt wieder an das Amtsgericht zu übersenden sind. Die jeweiligen Rentenversicherungen berechnen nun die Rentenanwartschaften, welche zum Ausgleich gebracht werden können. Auf dieser Basis entscheidet das Gericht, wie der Ausgleich zu erfolgen hat. Achtung: Aufgrund der teils komplexen Berechnungen kann das Verfahren bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen. Nach Abschluss des Versorgungsausgleichs werden die Eheleute nebst Anwalt zum Scheidungstermin – einer Anhörung vor dem Familiengericht – geladen.

Scheidungstermin

Zum Scheidungstermin müssen beide Eheleute und der Rechtsanwalt erscheinen. Nach Feststellung der Personalien mittels Personalausweis wird anhand der Eheurkunde im Original geprüft, ob die Angaben im Scheidungsantrag korrekt sind. Beide Eheleute werden in der Anhörung nach dem Trennungszeitpunkt befragt (überprüfung der Einhaltung des Trennungsjahres) und müssen bestätigen, dass sie geschieden werden möchten und die Frage der Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Ehe mit „Nein" beantworten. Abschließend stellt der Scheidungseinreicher über seinen Anwalt den Scheidungsantrag, dem der andere Partner zustimmt, und das Gericht erklärt den Versorgungsausgleich als verhandelt. Die Sitzung endet mit der Verkündung des Scheidungsurteils. Im besten Fall dauert der Scheidungstermin nur 15 Minuten.

Nach der Scheidung

Die Ehe gilt mit Ablauf eines Monats nach Zustellung des in vollständiger Form abgefassten Urteils als rechtskräftig geschieden. Sind beide Parteien im Scheidungstermin anwaltlich vertreten und soll das Scheidungsurteil sofort rechtskräftig sein, so kann direkt nach Verkünden des Urteils auf Rechtsmittel verzichtet werden. Man kann nun einen sog. Rechtskraftvermerk auf dem Scheidungsurteil anbringen lassen. Dazu wendet man sich an das Amtsgericht, bei dem die Scheidung anhängig war.